Eine „Pfaff Creative 7550“ mit defekter Elektronik

Über diese Seite wurde ich angefragt, ob ich ein „Pfaff Creative 7550“, die schon in Reparatur war, reparieren könne. Die Aussage des vorherigen Reparateurs war, dass die Elektronik defekt ist und es keinen Ersatz mehr gibt. Nun ja, meine Seite wird vielleicht immer noch zu selten gefunden. Denn dass es keine Ersatzteile mehr von Pfaff gibt, ist richtig, aber Elektronik kann ein Elektroniker häufig reparieren. Natürlich kann nicht alles ersetzt werden, denn selbst auf Bauteilebene gibt es nicht mehr alles. Aber auch das lässt sich häufig noch lösen.

Ankunft

Also zur Maschine selbst: Die „Pfaff 7550“ mit defekter Elektronik war defekt in der Form, dass es nur ein beleuchtetes Display gibt und alle LEDS leuchten. Da ist immerhin klar, dass die LEDs auch alle funktionieren :-).

Ich habe die Maschine also geöffnet und habe schon beim Öffnen die fehlende Feder bemerkt. Es ging dann weiter mit fehlenden Unterlegscheiben, diese sollen einen besseren Kontakt zu Masse sicherstellen. Dann ist auch noch am Stecksockel des breiten Kabels eine Sicherungs-Raste abgebrochen.

Platine

Als ich dann endlich die Platine in der Hand halte, sehe ich sehr dürftig ausgeführte Lötarbeiten, aber vielleicht sollte ich auch nicht zu viel erwarten von Mechanikern.

Jedenfalls kann ich sagen, Ihr könnt auf Verdacht alle Kondensatoren tauschen. Aber das hilft bei weitem nicht immer.

Ich habe jedenfalls beschlossen, dass ich demnächst fragen werde, ob an der Elektronik schon was gemacht wurde. Dann nehme ich die Maschinen nicht mehr, auch wenn es schade um diese wundervollen „Pfaff Creative“- Modelle 7510, 7530, 7550 und 7570 wäre. Ich behaupte, das nahezu alle Elektroniken reparierbar sind.

Ich messe gern erstmal Spannung und Signal, bevor ich anfange, irgendwas zu tauschen. Dann kann ich sehr selektiv vorgehen. Jetzt muss ich – auch wenn nahezu alle Kondensatoren schon getauscht waren – alles nochmal nachschauen und ggf. korrigieren. Ihr erinnert euch: Weiter oben berichtete ich schon von fehlenden Teilen, da habe ich dann nicht viel Vertrauen zur Reparatur. Letzten Endes habe ich Fehler gefunden, eine schlechte Lötstelle und einen defekten Halbleiter.

Schlechte Lötungen

Resümee

Alles in allem ist es nicht schön, an einer verfummelten Maschine zu arbeiten. Es bedeutet einen höheren Zeitaufwand und es ist unbefriedigend, dass eben Teile fehlen, die ich auch bislang nicht als Ersatzteil von Pfaff gesehen habe. Da könnt ihr mich aber gern belehren: Gibt es Originalscheiben , – schrauben und die Feder? Oder nicht.

Repariert

„Elna 2100“ lässt Stiche aus und hat keine Stichlängen- Verstellung mehr

Im Freundeskreis wurde ich angesprochen, ob ich mir mal ein mechanische Nähmasche ansehen kann. Bei der „Elna 2100“ kann die Stichlänge nicht mehr eingestellt werden und auch das Stichbild ist nicht sauber. Also habe ich mir die Maschine geben lassen und sie mal angeschaut und repariert.

Elan


Es ist ein ziemliches Elend, dieser viel Kunststoff , denn der muss ja ab, damit ich die die Maschine reinigen und ölen und ggf auch noch weitere Reparaturen vornehmen kann. Bevor die beiden Gehäusehälften abgenommen werden können, muss erst die Stirnseite demontiert werden. Damit wird schon viel freigelegt und insbesondere, wenn einmal ein Glühlampenwechsel ansteht, ist dieser Zugang zum Leuchtmittel sehr gut.

Nählicht


Es sind Unmengen Schrauben verbaut, teils an sehr verdeckten Stellen. Da ich bislang eigentlich nur Pfaff-Maschinen repariert habe, ist das für mich etwas überraschend. Wenn dann wirklich alle Schrauben entfernt sind, kann die vordere Gehäusehälfte entfernt werden, was auch nicht ganz angstfrei geht, denn es gibt vereinzelte Rastnasen. Ich fühle mich ein wenig an Kaffeevollautomaten erinnert, da gibt bis ins Innerste fast nur Kunststoff.

Die hintere Gehäusehälfte wird dann noch vom Nähfuß-Rauf- und Runtersteller gehalten und es ist sehr fummelig, die Gehäusehälfte abzunehmen. Unter dem Kunststoff ist dann aber ein schöner Gussrahmen zu sehen, an dem alles verbaut ist. Die „Elna 2100“ wurde offenbar viel genutzt und so findet sich viel Nähstaub in der Maschine; auch der Transporteur ist ganz eingestaubt.

Das Anlasserpedal

Es finden sich auch abgebrochene Nadelspitzen und ein verbogener Sprengring in der Maschine, die mögen auch dazu beigetragen haben, dass der Transporteur klemmte. Nach Reinigen und Ölen habe ich die Maschine dann mal bestromt und wundere mich, dass der Fußanlasser sehr viel wegmacht, ohne dass sich was bewegt. Erst kurz vor Anschlag näht die Maschine sehr schnell los. Da weiter keine Elektronik verbaut ist in der „Elna 2100“, ist also der Fußanlasser sicher nicht in Ordnung. Ich öffne diesen und staune nicht schlecht, wie es darin aussieht: offene Kontakte, ein Entstörkondensator und ein „Stein“ Block .

Andere Anlasser arbeiten mit Potentiometer-ähnlichen Einrichtungen oder gar mit Elektronik. Da oben in den Block zwei Kohlestifte gehen und der auf der einen Seite nahezu verschwunden ist, vermute ich, dass da ein Feder drin ist.

Pedal


Ich baue den Block aus und überlege, wie ich ihn öffnen kann, das geht dann auch ganz gut und ich sehe lauter Kohlescheiben. Keine Feder. Ich bekomme sehr schwarze Finger und mache daher kein weiteren Fotos. Jedenfalls sieht es nicht so aus, als ließe sich das reparieren. Da muss wohl ein neuer Fußanlasser her. Ich werde auf jeden Fall empfehlen, einen neuen Anlasser zu kaufen, das wird das Nähen mit Sicherheit schöner machen.

Alles in allem war es interessant, mal wieder eine rein mechanische Nähmaschine zu reparieren. So kleine Einstellarbeiten kann ich jedenfalls, nachdem ich mir das für die Reparatur anderer Maschinen schon angelesen bzw. auch gemacht habe.