Im Freundeskreis wurde ich angesprochen, ob ich mir mal ein mechanische Nähmasche ansehen kann. Bei der „Elna 2100“ kann die Stichlänge nicht mehr eingestellt werden und auch das Stichbild ist nicht sauber. Also habe ich mir die Maschine geben lassen und sie mal angeschaut und repariert.

Es ist ein ziemliches Elend, dieser viel Kunststoff , denn der muss ja ab, damit ich die die Maschine reinigen und ölen und ggf auch noch weitere Reparaturen vornehmen kann. Bevor die beiden Gehäusehälften abgenommen werden können, muss erst die Stirnseite demontiert werden. Damit wird schon viel freigelegt und insbesondere, wenn einmal ein Glühlampenwechsel ansteht, ist dieser Zugang zum Leuchtmittel sehr gut.

Es sind Unmengen Schrauben verbaut, teils an sehr verdeckten Stellen. Da ich bislang eigentlich nur Pfaff-Maschinen repariert habe, ist das für mich etwas überraschend. Wenn dann wirklich alle Schrauben entfernt sind, kann die vordere Gehäusehälfte entfernt werden, was auch nicht ganz angstfrei geht, denn es gibt vereinzelte Rastnasen. Ich fühle mich ein wenig an Kaffeevollautomaten erinnert, da gibt bis ins Innerste fast nur Kunststoff.
Die hintere Gehäusehälfte wird dann noch vom Nähfuß-Rauf- und Runtersteller gehalten und es ist sehr fummelig, die Gehäusehälfte abzunehmen. Unter dem Kunststoff ist dann aber ein schöner Gussrahmen zu sehen, an dem alles verbaut ist. Die „Elna 2100“ wurde offenbar viel genutzt und so findet sich viel Nähstaub in der Maschine; auch der Transporteur ist ganz eingestaubt.
Das Anlasserpedal
Es finden sich auch abgebrochene Nadelspitzen und ein verbogener Sprengring in der Maschine, die mögen auch dazu beigetragen haben, dass der Transporteur klemmte. Nach Reinigen und Ölen habe ich die Maschine dann mal bestromt und wundere mich, dass der Fußanlasser sehr viel wegmacht, ohne dass sich was bewegt. Erst kurz vor Anschlag näht die Maschine sehr schnell los. Da weiter keine Elektronik verbaut ist in der „Elna 2100“, ist also der Fußanlasser sicher nicht in Ordnung. Ich öffne diesen und staune nicht schlecht, wie es darin aussieht: offene Kontakte, ein Entstörkondensator und ein „Stein“ Block .
Andere Anlasser arbeiten mit Potentiometer-ähnlichen Einrichtungen oder gar mit Elektronik. Da oben in den Block zwei Kohlestifte gehen und der auf der einen Seite nahezu verschwunden ist, vermute ich, dass da ein Feder drin ist.

Ich baue den Block aus und überlege, wie ich ihn öffnen kann, das geht dann auch ganz gut und ich sehe lauter Kohlescheiben. Keine Feder. Ich bekomme sehr schwarze Finger und mache daher kein weiteren Fotos. Jedenfalls sieht es nicht so aus, als ließe sich das reparieren. Da muss wohl ein neuer Fußanlasser her. Ich werde auf jeden Fall empfehlen, einen neuen Anlasser zu kaufen, das wird das Nähen mit Sicherheit schöner machen.
Alles in allem war es interessant, mal wieder eine rein mechanische Nähmaschine zu reparieren. So kleine Einstellarbeiten kann ich jedenfalls, nachdem ich mir das für die Reparatur anderer Maschinen schon angelesen bzw. auch gemacht habe.