Die Kontrollleuchte geht nicht mehr an. Das Ladegerät lädt kein Akkus mehr. So ein Ladegerät kostet zwischen 30€ und 50€. Das ist nicht sehr viel Geld für ein Ladegerät aber es wäre viel Müll, Kunststoff, Metalle, viele vermutlich noch intakte Bauteile.

Erste Umschau
Also wird das Gehäuse aufgeschraubt und die Platine herausgenommen. Ich habe immer etwas angst bei Schaltnetzteilen wegen der hohen Spannungen. Das Konzept der Schaltnetzteile finde hingegen sehr gut. Denn dadurch werden Transformatoren deutlich kleiner und es wird weniger Kupfer verbraucht. Außerdem sind Schaltnetzteile deutlich leichter als konventionelle Netzteile.
Bei einer ersten Umschau ist erst mal nicht auffälliges auf der Platine zu entdecken. Auffällig ist jedoch das es kein IC gibt das die Regelung auf der Primärseite übernimmt. Es gibt also wohl ein klassische RC Transistor Netzwerk um den Takt zu genieren. Des weiteren ist kein auf Anhieb defektes Bauteil zu erkennen. Also hilft nur messen. Hier möchte ich noch mal darauf hin weisen, das das nur Menschen versuchen sollen die Ahnung von elektrischen Schaltungen haben. Hier entstehen Spannung zwischen 300V und 400 Volt. Darum auch mein mulmiges Gefühl bei diesen Spannungen, Denn ich bin Fachkraft und weiß was Strom bzw. Spannung anrichten kann.
Die Untersuchung beginnt
Also prüfe ich erst einmal die Sicherung und weitere Schutzbeschaltung. Diese sind in Ordnung Messe ich erst mal die Spannung am Primärseitigen Kondensator und stelle fest das diese bei 320V liegt was ziemlich genau den 230 * 1,414 entspricht. Damit ist erst mal klar das dieser Teil des Eingangs in Ordnung ist. Nun wäre zu prüfen ob auch die Schwingungserzeugung funktioniert. Das geht bei kleinen Spannungen gut mit dem Oszilloskop, aber hier habe ich sorge das ich aus versehen an ein Stell mit zu hoher Spannung messe. Ich habe keinen Schaltplan zu diesem Gerät, kann also nur aus den Bauteilen schließen wo welche Funktionen beheimatet sind. Um ein Schwingung zu erzeugen sind hier Widerstände, Kondensatoren und ein Transistor notwendig.

Dabei fällt mir auf das unglaublich viele niederohmige Widerstände verbaut sind. Aber wie ich aus Recherchen zu Schaltnetzteilen nun weiß ist das durchaus normal. Da ich aber bislang eher nur Schaltnetzteile mit Regel IC’s betrachtet habe gestaltet sich hier die Suche etwas anders. Die üblichen Kandidaten werden erst mal in der spannungslosen Schaltung vermessen und da sie sich in der Schaltung nicht zuverlässig messen lassen werden sie aus gelötet. Hier sind es erst mal Schottky Diode, MOSFT und Transistor. Dann natürlich noch viel Widerstände. Die Sind hohen Belastungen ausgesetzt, beim ein-, ausschalten und beim vielleicht erfolgten Kurzschluss. Ich komme so zum Schluss das die Primärseite in Ordnung zu sein scheint. Was sich auch mit der am Kondensator anstehen Spannung im Netzbetrieb von 320V vermuten lässt.
Weitere Suche
Also geht es jetzt mal zu Sekundärseite, da ist natürlich wichtig die Rückkopplung über die Optokoppler. Da das Halbleiter sind ist deren Ausgang einfach zu messen. Auch diese scheint in Ordnung zu sein. Dann hagle ich mich mal weiter durch und werde beim sekundärseitigen Gleichrichter Pfad fündig. Ein Kurzschluß hier führt natürlich zum Shutoff des Reglers. Ich wechsle also den Entsprechenden Kondensator aus dabei ist es wicht auch die richtige Spezifikation des Kondensators zu achten.

Fazit
Diese Reparatur war ein Freude, denn wie schon oben beschrieben diesen Schaltungen sind unter Umständen Lebensbedrohlich aufgrund ihrer Spannungen von bis zu 400V und Strömen. Das versehentlich messen zwischen Primär- und Sekundärseite, kann Schaltung und Meßgerät zerstören. Die Bosch Platine ist aber sehr freundlich und billig, da mit diskreten Bauteilen aufgebaut und ein Einseitigen Platine. Wenn ich die unter Preisgrenze von ca. 20€ betrachte ist so eine Reparatur unter Finanziellen Aspekten nicht lohnenswert. Zu bedenken sind die Ökologischen Aspekte, des nicht wegwerfens. Das mag sich nicht jeder leisten können oder wollen aber die die Wollen und können sollten auch so ein Gerät reparieren (lassen).